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Der wissenschaftliche Blick hinter Lernprobleme

Legasthenie (Dyslexie) und LRS (Lese-Rechtschreibschwäche)

Vorwort

Mehr als 5 Millionen Deutsche haben eine Lese- und Rechtschreib-Schwäche (LRS). Sie sind als Kind ebenso intelligent wie alle anderen auch und trotzdem werden sie verspottet und landen häufig auf der Förderschule (im Volksmund "Sonderschule").

Ob man Legasthenie (Dyslexie) heilen kann, ist umstritten, aber man kann die Probleme mindern. Das wichtigste ist eine zuverlässige und detaillierte Diagnose der Problematik, um gezielte Fördermaßnahmen einleiten zu können.

Legasthenie ist ein komplexes Problem mit mehreren möglichen Ursachen. Leider sind auch viele Falsch-Informationen und sinnlose Therapie-Vorschläge im Umlauf. Auch Lehrer und Ärzte sind häufig unzureichend informiert, weil Legasthenie (und allgemein umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten, Definition nach ICD) in ihrer Ausbildung nicht vorkommen. In Schulen werden Legastheniker daher häufig fälschlicherweise als lernbehindert oder faul angesehen, obwohl sie eine altersrechte Intelligenz aufweisen. Sie erleiden dadurch oft schwere psychische und/oder soziale Folgeschäden.

Schule

Gute Rechtschreibleistungen sind Voraussetzung für das Bestehen unseres Schulsystems. Manchmal wird sogar in naturwissenschaftlichen Fächern die Schulnote wegen Rechtschreibfehlern herabgesetzt. Manche Schulen haben jedoch in letzter Zeit erkannt, dass bei Legasthenikern die Rechtschreibung im Zeugnis als getrennte Note ausgewiesen werden sollte.

Beim Erwerb der Schriftsprache und anderer schulischer Fertigkeiten werden die Sinnes- und Blickfunktionen maximal gefordert. Sie sollten möglichst fehlerfrei und schnell arbeiten.

Diagnose und Hilfen

Treten Probleme beim Erwerb der Schriftsprache (lesen, schreiben oder beides) auf, wie dies z.B. bei Legasthenie (Dyslexie) der Fall ist, so müssen die entsprechenden Wahrnehmungs- und Blickfunktionen auf ihre altersgerechte Entwicklung überprüft werden. Störungen können sowohl in den Sinnesorganen selbst (Augen, Ohren), als auch der Verarbeitung der Sinnes-Informationen im Gehirn auftreten. Letzteres kann im BlickLabor überprüft werden, mehr dazu bei wissenschaftliche Grundlagen.

Wenn die Auffälligkeiten und deren Ausmaß festgestellt sind, kann ein gezielter Trainingsplan erstellt und zuhause durchgeführt werden. Die benötigten Trainingsgeräte können entliehen werden.

Nach einem erfolgreichen Training kommt es zu Verbesserungen der Leistungen beim Lesen, Schreiben und/oder Rechnen.

Definition Legasthenie (Dyslexie)

Legasthenie (Dyslexie) gilt offiziell in der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) als umschriebene Entwicklungsstörung der Lese-Rechtschreib-Fertigkeiten bei normal entwickelter Intelligenz. Das heißt, ein Kind gilt dann als legasthen, wenn es beim Lesen oder der Rechtschreibung deutlich schlechter ist, als die (nichtsprachliche) Intelligenz es vermuten lassen würde.

Ein Gremium von 10 Wissenschaftlern aus 5 Ländern hat anlässlich eines Experten-Colloquiums in Greifswald 1997 dazu eine gemeinsame Stellungnahme erarbeitet. Darin wird festgestellt, dass Legasthenie (Dyslexie) eine neuro-biologisch bedingte Erscheinung ist, deren Ursachen sehr vielfältig sein können.

Mehr zur Definition finden Sie im Legasthenie-Ratgeber.

Klarstellung der Begriffe LRS und Legasthenie

Häufig wird nicht klar zwischen Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) und Legasthenie (bzw. Dyslexie) unterschieden. Dies ist nicht ganz korrekt, denn nicht jede LRS ist eine Legasthenie. Auch wir verwenden die Begriffe nicht immer ganz strikt, weil der Unterschied für die Hilfe nicht direkt relevant ist.

Dennoch ist eine genaue Diagnose wichtig, denn sie ist immer der erste Schritt der Ursachensuche. Die Kenntnis der Ursache(n) jedoch ist wichtig, um möglichst gezielt helfen zu können.

Die Erläuterung dazu und Konsequenzen daraus finden Sie in unserer Erläuterung zu Lese-Rechtschreibschwäche.

Weitere Informationen

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