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Stellungnahme
zum Beitrag von S.Krusche im ZTR-Forum
über das Thema "Simultanerfassung - Rechenschwäche - Blicklabor"
Der Diskussionsbeitrag von S. Krusche steckt voller falschen Aussagen und verwirrt den interessierten Leser in vielfacher Weise.
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1. Das Blicklabor hat bis heute etwa 4000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene untersucht. Darunter große Gruppen von Schülern mit Lese- und Schreibproblemen und/oder spezifischen Problemen beim Erwerb des Rechnens. Zu den untersuchten Bereichen gehören: die Blicksteuerung, das dynamische Sehen, die eigentliche Simultanerfassung und das Zählen mithilfe des visuellen Kurzzeitgedächtnisses (Quasi-Simultanerfassung) und die sprachfreie auditive Differenzierung. In allen Studien sind die Anzahl der Kontrollpersonen, die Anzahl der Testpersonen einer bestimmten Gruppe (z.B. Kinder mit einer Dyscalkulie) und die Prozentzahl der betroffenen Kinder innerhalb der Testgruppe als Funktion des Alters angegeben.
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2. Fest steht, dass ein (vom Alter abhängiger) Prozentsatz der Kinder die Entwicklung der Blicksteuerung nicht altersgerecht durchlaufen hat, dass dieser Entwicklungsrückstand in bis zu 85% der Fälle durch ein tägliches Training nachgeholt werden kann und dass ein erfolgreiches Blicktraining den Leselernprozess erleichtert. Hier werden nicht Ursache und Wirkung vertauscht, es wird auch nicht behauptet, dass die fehlenden Entwicklung der Blicksteuerung Ursache der Leseprobleme ist (ein solches einfaches lineares Ursache-Wirkung Denken ist im Bereich des Schriftspracherwerbs sowie so falsch). Es wir aber behauptet und bewiesen, dass eine Verbesserung einer nachweislich rückständigen Blicksteuerung das Lesenlernen erleichtert.
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3. Die Behandlung erfolgt nicht "mittels eines sogenannten Blickkastens" (den gibt es gar nicht. Er ist, eine freie Erfindung von S. Krusche), sondern mittels eines Trainingsgeräts, welches die betroffenen Kinder zuhause für ein spezifisches Training der Blicksteuerung und des dynamischen Sehens benutzen können. Dieses Trainingsgerät beinhaltet die elektronische Steuerung und Kontrolle des Trainings und es erzeugt auf einem kleinen Display die Sehreize, die zum Training benutzt werden müssen.
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4. Das Blicklabor hat nicht auf Kritik reagiert, sondern weist von sich aus von allem Anfang an auf die Quoten der Auffälligkeiten und auf die Erfolgsquoten des Trainings hin. Das alles kann man in der Broschüre des Blicklabors und (ausführlich) in meinen beiden Büchern lesen.
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5. Die Hypothese, dass bei Dyskalkulie die Simultanerfassung (1-3 Reize) und die Quasi-Simultanerfassung (4 bis 8 Reize, der Unterschied besteht lediglich in der Reaktionszeit nicht in der gleichbleibenden simultanen Darbietung der Reize) nicht altersgerecht entwickelt ist, stammt nicht vom Blicklabor, sondern von erfahrenen Pädagogen und von S. Dehaene
(siehe Literatur). Das Blicklabor hat diese Hypothese bewiesen. Dazu wurde ein Standardtest entwickelt, mit den Daten von Hunderten von Kontrollpersonen altersnormiert und bei (über 200) Kindern mit einer spezifischen Rechenschwäche eingesetzt.
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6. Das Training der Simultanerfassung (der Begriff wird hier in seiner verallgemeinerten Form verwendet) wird nicht mit der (gar nicht existierenden) "Blickkastenmethode" durch geführt, sondern mit einem spezifischen visuellen Training (verschieden vom Blicktraining), das die Simultanerfassung in bis zu 80% der Fälle deutlich verbessert. Wenn dabei auch gleich die Zerlegung größerer Mengen in kleinere erlernt wird, um so besser. Bewiesen ist das so nicht. Im Gegenteil: steigt die Anzahl über 4 Reize, so nimmt die Reaktionszeit um etwa den gleichen Betrag für jeden hinzukommenden Reiz zu. Auch hier wartete das Blicklabor nicht auf Kritik, um dann Richtigstellungen zu liefern, sondern es hat von sich aus darauf verwiesen, dass der Erwerb des Zahlverständnis als Grundlage des Rechnenlernens angesehen werden kann und nicht als Therapie einer Rechenschwäche.
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7. Selbstverständlich wurden alle Kinder, die an der Wirksamkeitsstudie zur Simultanerfassung teilgenommen haben, auch zu Beginn der Studie untersucht. Wie sonst könnte man den Zuwachs an Rechenfähigkeit durch das Training ermitteln und mit dem entsprechenden Ergebnis der Kontrollgruppe, die nicht trainiert hat, vergleichen? (Wie kommt S. Krusche zu den gegenteiligen Behauptungen?)
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8. Natürlich ist das Training der Simultanerfassung, genau wie die anderen Trainingsmaßnahmen, nicht alles, was man bei Lernproblemen tun kann. Aber es geht um die Grundlagen, um Hirnfunktionen, die - neben vielen anderen Fähigkeiten - auch zum Lernen benötigt werden. Für diese Bereiche hat das Blicklabor die diagnostischen Methoden und die Trainingsverfahren entwickelt, evaluiert und deren Wirksamkeit beim Lesen, Schreiben und Rechnen gezielt untersucht und belegt.
Literatur:
Außer den wissenschaftlichen Publikationen
des BlickLabors in internationalen Zeitschriften (mehr als 50 seit 1995, s. www.blicklabor.de), gibt es auch deutschsprachige Quellen, die S. Krusche hätte leicht benutzen können, ehe ein solcher Veriss ins Internet gesetzt wird. Ein Anruf im Blicklabor mit der Bitte um Informationsmaterial hätte es auch getan.
B. Fischer: BlickPunkte. Huber Verlag, Bern (1999)
B. Fischer: Hören - Sehen - Blicken - Zählen. Huber Verlag, Bern (2003)
S. Dehaene: Der Zahlensinn. Birkhäuser Verlag, Basel (1999)
S. Dehaene : Gehirn & Geist. (2006)
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