Legasthenie hat nicht nur seriöse, sondern auch dubiose "Helfer" auf den Plan gerufen. Wir dachten, es sei offensichtlich, daß sich unsere wissenschaftlich fundierte Arbeit wohltuend von manch anderem abhebt; um so überraschter sind wir, wenn uns gelegentlich unwissenschaftliche Geschäftemacherei vorgeworfen wird. Dabei werden immer wieder Unterstellungen und falsche Informationen über unsere Arbeit in Umlauf gebracht. Manchmal finden wir sogar Veröffentlichungen voller unsachlicher polemischer Anfeindungen. Bei genauerer Lektüre eines kürzlich erschienenen Buch finden wir eine ganze Reihe Fehler und stellen so fest, daß die Autoren sich zuvor nicht ordentlich informiert haben.
Daher möchten wir im Folgenden Mißverständnisse klären:Die visuelle Simultanerfassung ist eine besondere Fähigkeit unseres Gehirns. Sie kann dazu beitragen, den Zahlbegriff zu entwickeln: wieviele Dinge sind gemeint mit den Ziffern (das sind die Sehzeichen für die Zahlen) und den Zahlwörtern (das sind die Hörzeichen für die Zahlen).
Bis zu 80% der Kinder mit einer Rechenschwäche weisen Entwicklungsrückstände in der Simultanerfassung auf. Diese Rückstände können mit einem Training aufgeholt werden. Dies führt zu Erleichterungen beim Rechnenlernen. Die Studien zu diesem Thema können auf unserer Forschungswebseite nachgelesen werden.
Wir haben kein Wundermittel mit dem nach kurzer Anwendung Legasthenie verschwindet. Solchen Unsinn haben wir nie versprochen und so etwas gibt es nicht: Legasthenie kann mehrere verschiedene Ursachen haben, daher ist immer größte Vorsicht angebracht, wenn jemand behauptet, mit einer Maßnahme allen Betroffenen helfen zu können.
Wir beantworten Presse-Anfragen präzise und vollständig. Jedoch mußten wir erfahren, dass Urheber einer Nachricht in der Regel keinen Einfluss darauf haben, was ganz genau in der daraus hervorgehenden Presse-Veröffentlichungen geschrieben steht bzw. was vom TV-Moderator erzählt wird.
Unsere Untersuchungen ersetzen nicht den Besuch von Augen- und Ohrenarzt, sondern ergänzen ihn: Erstens untersuchen wir grundsätzlich nur Kinder, die zuvor bei Augen- und Ohrenarzt gewesen sind, bei denen entweder nichts behandelbares gefunden wurde oder trotz Behandlung die Probleme weiterhin bestehen. Zweitens entdecken wir bei vielen Kindern weitere, bislang nicht bemerkte Auffälligkeiten (z.B. binokuläre Instabilität, ADS-Verdacht, ...), woraufhin wir den Eltern entsprechende weitere Untersuchungen bei den jeweils zuständigen Fachärzten empfehlen.
Wir haben festgestellt, dass von den Kindern, die mit Problemen beim Lesen und der Rechtschreibung zu uns kommen, offenbar viele nicht nur Schwierigkeiten mit dem Sehen bzw. der Blicksteuerung haben, sondern auch mit der Hör-Wahrnehmung. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit Prof. Ptok von der medizinischen Hochschule Hannover das Gerät FonoFix entwickelt, das 5 sprachfreie Tests zur Prüfung der Hörwahrnehmung bietet (und FonoTrain, mit dem diese Aufgaben trainiert werden können). Auch hier haben wir aufwendig Normdaten erhoben, so daß das Gerät das Ergebnis direkt in einen Prozentrang umrechnen kann. Eine Zahl, die den direkten Vergleich mit den Normwerten beinhaltet.
Die diagnostische Arbeit des Blicklabors trägt sich gerade selbst..
Wir bieten neben der Prüfung der Blicksteuerung, der auditiven Differenzierung und der Mengenerfassung auch standardisierte Tests zur Diagnose der Legasthenie im Sinne einer Differenzialdiagnostik z.B. Intelligenz-Tests (KABC, Hawik-III), Lese- und Rechtschreib-Tests (DRT, HSP), Konzentrations- bzw. Aufmerksamkeits-Belastungs-Test (d2). Alle durchgeführten Untersuchungen können nur von gut ausgebildetem Personal durchgeführt werden.
Daher müssen wir für die teilweise stundenlangen Untersuchungen (wenn alle Messungen und Tests durchgeführt werden) angemessene Preise verlangen, die sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) richten.
Die Trainings-Geräte müssen von den Eltern nicht gekauft werden (das wäre nicht sinnvoll bei einer Trainings-Dauer von wenigen Wochen), sondern sie werden von uns gegen Gebühr entliehen. In der Leihgebühr ist die Auswertung des Trainings-Protokolles und eine entsprechende schriftliche Rückmeldung an die Eltern enthalten.
Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Forschergruppe um Prof. Fischer finden sie hier: Forschung.
Hinweise auf einige dieser Veröffentlichungen sind übersichtlich zusammengefasst in Tabellen mit Studien zu Altersentwicklung und Entwicklungsrückständen von Wahrnehmungsfunktionen und zum Nachweis der Trainings-Effekte.
Hierbei sind besonders drei aufeinanderfolgend abgedruckte Artikel in der Zeitschrift Perception (Volume 29, Number 5, P 509-542) zu beachten: "Voluntary saccadic control in dyslexia" (abstract), "Dynamic visual perception of dyslexic children" (abstract), und "Effects of visual training on saccade control in dyslexia" (abstract).
Wenn Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns bitte an: +49 (0)761- 38 41 95 10. Oder schicken Sie eine email an info @ blicklabor.de.