Sehen ist kein passives Aufnehmen, sondern ein aktives Blicken. Seine
neurowissenschaftliche Grundlagen werden hier verständlich erklärt. Die
Erforschung der Vorgänge des Sehens und der Blicksteuerung hat in den
letzten 30 Jahren entscheidende Fortschritte gemacht. Durch verschiedene
Hirnstrukturen wird das komplizierte Zusammenspiel zwischen Reflexen,
Blickstabilisierung, Aufmerksamkeitsausrichtung und willentlicher
Blicksteuerung geregelt und in den Dienst der bewußten und unbewußten
Wahrnehmung gestellt. Dieses Buch beschreibt die grundlegenden
Versuchsanordnungen und die damit gewonnenen neuen Erkenntnisse sowie
die Entwicklung und Fehlfunktionen der Blicksteuerung, die etwa bei der
Legasthenie eine entscheidende Rolle spielen. Die Feststellung des
Status der Blicksteuerung kann heute in verschiedenen psychologischen-
medizinischen Bereichen als diagnostische Hilfe genutzt werden. Das Buch
richtet sich an Ärzte, Psychologen, Pädagogen sowie Therapeuten im
Bereich von Lernstörungen und Rehabilitation und an alle, die die
praktische Bedeutung der Blicksteuerung für Diagnose und Hilfsmaßnahmen
kennenlernen wollen.
Weitere Informationen, vor allem die Anwendung der hier geschilderten Erkenntnisse, sind im zweiten Buch beschrieben.