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Bedeutung der Sinnesverarbeitung im Gehirn
Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass der größte Teil des
Seh- und Hörprozesses nicht im Auge bzw. Ohr stattfindet, sondern im Gehirn.
Die Nervensignale von den Sinnesorganen müssen im Gehirn viele hochkomplexe
Verarbeitungsschritte durchlaufen, bevor daraus bewusste Sinneseindrücke entstehen.
Rund 40 Prozent der Hirnrinde sind mit der Verarbeitung der Signale
der ca. 120 Millionen Sinneszellen pro Auge und mit der Steuerung der
Augenbewegungen beschäftigt. Wir bemerken von diesen Prozessen
normalerweise nichts, da sie automatisch ablaufen.
Dazu gehören u.a. die präzise Unterscheidung von Lauteigenschaften,
genaues dynamisches Sehen, die Simultanerfassung und eine zuverlässige Blicksteuerung.
Dies sind alles Leistungen, die nicht von den Sinnesorganen selbst erbracht werden können,
sondern nur vom Gehirn.
Was wir hören und sehen ist nicht das, was die Ohren und Augen
aufgenommen haben, sondern ein von unserem Gehirn erschaffenes Bild unserer Umwelt.
Das Gehirn setzt dieses Bild zusammen aus Sinneseindrücken, die überwiegend
aus dem Gedächtnis stammen. Die Auswahl der Einzelteile und ihre Anordnung
erfolgt aufgrund der aus den Sinnesorganen eingehenden Informationen.
Lesen Sie Details zur Bedeutung der Sinnesverarbeitung beim
Störungen in einem oder mehreren dieser Verarbeitungsstufen
verursachen erschwerte oder verfälschte Wahrnehmung, die das
Lesenlernen unmöglich machen kann. Sie sind nur schwer
nachweisbar, den Betroffenen nicht bewusst und mit den üblichen
Untersuchungen von Augen- oder HNO-Arzt meist nicht erkennbar.
Natürlich sollte man bei Verdacht auf allgemeine Seh- oder Hörprobleme
stets mit der Abklärung der Funktion der Sinnesorgane beginnen.
Aber wenn hier nichts gefunden wird, beweist das nicht, dass das gesamte
System in Ordnung ist. Wir haben Testverfahren entwickelt, mit denen
weitere Komponenten überprüft werden können.
Untersuchungen bei Kindern und Jugendlichen mit Legasthenie, Dyskalkulie, ADS
oder allgemeinen Lernproblemen decken in bis zu 80% Entwicklungsrückstände bei
diesen Kindern auf. Das gezielte Training mit speziell entwickelten Trainingsgeräten
hilft solchen Schülern erwiesenermaßen, ihre Wahrnehmungsfähigkeit und in der Folge
ihre Schulleistungen erheblich zu verbessern.
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